22
Nov

Los gehts am Montag Morgen. 4:30 Uhr aufstehen, 5 Uhr losfahren. Eigentlich müssen wir ja erst um 19:30 Uhr an der Fähre in Livorno sein, aber der San Bernadino Tunnel ist gesperrt und am Gotthard gabs am Samstag noch den 28 km langen Rekord-Stau. Also besser mit etwas Zeit-Puffer im Gebäck losfahren, dachten wir. Das frühe Aufstehen hat sich in jedem Fall gelohnt. Bestes Wetter und wirklich fast kein anderes Auto weit und breit auf der der Autobahn. So enspannt sind wir schon lange nicht mehr gefahren.

In Livorno sind wir natürlich viel zu früh angekommen, da am Gotthard von Stau weit und breit nichts mehr zu sehen war, aber was solls. So standen wir als einer der ersten in der Reihe vor der Fähre und konnten auch recht früh auffahren. Wir hatten keine Kabine gebucht und suchten uns, wie sehr viele andere mit Isomatte und Schlafsäcken ein möglichst ruhiges und dunkles Plätzchen. Das funktioniert ganz wunderbar, selbst einige Stunden ruhig zu schlafen haut hin.




Die Überfahrt dauert ca.10 Stunden. Dadurch, dass wir schlafen konnten, verging die Zeit wie im Flug und beim Einlaufen der Fähre konnten wir die ersten Eindrücke von Sardinien sammeln. Kurz gesagt, schön ist es hier!

Die Reise mit dem Wohnmobil nach Sardinien, dauert insgesamt (mit Fähre) ca. 24 Stunden.

Tauchen am Maddalena Archipel – Palau

Palau ist ein relativ kleiner aber schöner Ort im Norden Sardiniens. Ende Mai waren nur wenige andere Urlauber da und wir konnten umsonst Parken.

Das Maddalena Archipel ist eine Inselgruppe vor der Nordküste Sardiniens und von Palau aus sehr gut mit dem Boot zu erreichen. Hier findest du 40 Tauchplätze, inklusive Schiffswracks. So z.B. das Cargo Schiff Angelika, welches auf einer Tiefe von 15 bis 21 Metern liegt. Aus dem Meer ragen viele große Granitfelsen mit Höhlen und Kanälen. Zu sehen bekommst du viele Arten von Fischen, Krustentieren und andere Meeresbewohner.

Wir hatten vor diesem Urlaub schon einige Male einen Schnupper-Tauchkurs gemacht und diesmal entschieden, den PADI Open Water Kurs zu machen. In den Wochen vor dem Urlaub erledigten wir den Theorie-Teil, damit wir im Urlaub nicht pauken müssen. Die Theorie ist recht umfangreich aber auch wirklich hilfreich für die ersten Tauchgänge im confined water und auch die weiteren Tauchgänge. Außerdem ist die Prüfung nicht besonders schwer. Zumindest konnten wir die Theorie ohne Probleme bestehen. Den praktischen Teil haben wir im Natilus Diving Center in Palau absolviert. Wir hatten eine sehr kompetente Lehrerin, die sich gut um uns gekümmert hat, sodass wir uns immer sicher und wohl gefühlt hatten. Das Wasser war ende Mai noch recht kühl 18 C° bis 15 C°), aber mit einem 5 mm Neoprenanzug mit Kapuze war es ok.

Durchschnittliche Wassertemperaturen – Sardinien

Monat Ø °C Monat Ø °C
Januar 14 Februar 14
März 14 April 15
Mai 18 Juni 21
Juli 23 August 25
September 23 Oktober 21
November 19 Dezember 16

Wir absolvierten 2 Tauchgänge nah am Strand und übten alles, was man unter Wasser so können muss. Brille voll Wasser, BCD ablegen und wieder anlegen, Atemregler im Wasser wieder finden und vieles mehr. Am dritten Tag fuhren wir dann das erste mal mit dem Boot raus und tauchten bis zu 12 Meter tief um das in den vorherigen 2 Tagen im confined water gelernte nun in tieferem Wasser zu wiederholen. Das war ungleich aufregender aber wir fühlten uns weiterhin sehr wohl und sicher, außerdem hat alles problemlos geklappt. Die nächsten Tauchgänge gingen dann bis zu 18 Meter tief (maximal erlaubte Tauchtiefe beim Open Water).

Wir hatten glück und konnten viele Wasserlebewesen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und schwebten mit ihnen einfach so dahin. Die Tauchgänge dauerten im Schnitt 50 Minuten. Die Tauchgebiete sind natürlich nicht so bunt wie z.B. am Sodwana Bay in Südafrika, aber man sollte Tauchgebiete ohnehin nicht vergleichen. Jedes Gebiet hat seine Eigenheiten, die es sich zu entdecken lohnt. Für mich persönlich ist das Atmen unterwasser einfach das allergrößte und daran erfreue ich mich immer wieder aufs neue. Am meisten Spaß macht Tauchen, wenn man gelernt hat ohne großen Aufwand im Wasser zu schweben. Dann kann man alles um sich herum in aller ruhe beobachten und genißen. Leider hatten wir keine Unterwasserkamera dabei. Das machen wir das nächste mal 😉

Weiter nach Cala Gonone

Als nächsten Zielort hatten wir Cala Gonone ausgesucht. Es handelt sich um einen kleinen Touristen Ort rund 170 Km südlich von Palau an Sardiniens Ost-Küste. Auch hier konnten wir kostenlos parken. Parkgebühren werden erst ab dem 01.06. erhoben. Das war natürlich praktisch. Auch hier waren wenige Touristen unterwegs und deshalb war es für uns in Ordnung. Ich denke zur Hauptsaison wäre der Ort nichts für uns gewesen. Einen Campingplatz findet ihr direkt an der Viale Blue Marino (Camping Car Palmasera). Auf der „Hauptstraße“ reiht sich ein Restaurant an das andere und man kann verschiedene Aktivitäten ausprobieren. Außerdem gibt es hier wirklich sehr gutes Eis ;).

Diese Region Sardiniens zeichnet sich durch schöne Strände und Grotten aus, die teilweise nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar sind. Wir sind einmal zum Spiaggie di Cala Luna gewandert und weil es so schön war direkt nochmal mit einem Kajak, das wir einen Tag geliehen hatten, hingefahren. Auf dem Weg zum Strand mit dem Kajak sollte man einen Abstecher in die Grotte di Cala Luna machen. Das lohnt sich, allerdings kann man die Grotte nicht auf eigene Faust erkunden. Die Führung ist natürlich nicht kostenlos. Zu Fuß oder mit dem Kajak brauchten wir für eine Strecke jeweils ca. 2 Stunden. Die Wanderung ist relativ anspruchsvoll, aber mit festem Schuhwerk kein wirkliches Problem. Mit dem Kajak paddelt man die ganze Zeit nah an den steil abfallenden Felswänden entlang und kann teilweise bis zum Grund des oft kristallklaren Wassers sehen. Von Cala Gonone aus erreicht man sehr gut, weitere interessante Wanderrouten und Strände.

Da wir nun frische Besitzer des Open Water Diver Brevet waren, wollten wir auch bei Cala Gonone gleich nochmal einen Tauchtag einlegen. Wir entschieden uns für die Tauchschule Argonauta Diving Sardenia. Die Tauchgänge zu buchen, klappte auch ohne vorherige Reservierung sehr kurzfristig. Die beiden Tauchgänge waren wieder ganz wunderbar und da das Wasser hier schon etwas Wärmer war, gleich noch schöner. Das vor einigen Tagen gelernte hatten wir offensichtlich nicht vergessen und so waren es zwei sehr schöne Tauchgänge für rund 80 €. Es gibt noch andere Tauchschulen in Cala Gonone aber dazu kann ich hier kein Urteil abgeben. Das Tauchen mit Argonauta war absolut in Ordnung und kann empfohlen werden. Der Inhaber ist zwar etwas eigentümlich, aber das hat uns nicht weiter gestört.

 



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